Stellungnahme Bau eines zweiten Fäsenstaubtunnels (SP Stadt Schaffhausen)

Die SP Stadt Schaffhausen ist aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen gegen den

Bau einer zweiten Fäsenstaubröhre. Ganz grundsätzlich steht die SP dem Bau neuer

und dem Ausbau bestehender Strassen kritisch gegenüber.

Der geplante zweite Fäsenstaubtunnel ist ein solcher Kapazitätsausbau und wird

zwangsläufig mehr Verkehr generieren, auch im Stadtgebiet von Schaffhausen. Die

bereits vorhandenen Kapazitätsprobleme zu Spitzenzeiten auf der Stadttangente sind

hausgemacht, weil die Mehrheit des Verkehrs lokalen und regionalen Ursprung hat.

Diese Probleme müssen im Kontext der städtischen Verkehrsführung betrachtet und

gelöst werden.


Ein neuer Strassentunnel ist in diesem Zusammenhang die falsche Antwort, weil er das

Grundproblem nicht löst, sondern nur gegen die Symptome gerichtet ist: Für die

Einwohner:innen der Stadt und der Region Schaffhausen ist das Automobil zu oft das

Verkehrsmittel der Wahl. Über diesen Umstand können auch flankierende Massnahmen

nicht hinwegtäuschen. Bereits heute notwendige und realisierbare Massnahmen für den

Fuss- und Veloverkehr werden durch die Planung für den Bau des Fäsenstaubtunnels

um Jahre oder gar Jahrzehnte verzögert – allein, weil sie als flankierende Massnahmen

deklariert werden.


Wie das Beispiel des Galgenbuck-Tunnels zeigt, werden diese flankierenden

Massnahmen für den Fuss- und Veloverkehr auf lokaler und regionaler Ebene zu spät,

nicht richtig oder überhaupt nicht umgesetzt, während sich der Engpass auf der

Strassenverbindung einfach an eine andere Stelle verschiebt. Dies ist auch beim

zweiten Fäsenstaubtunnel zu befürchten: Ein Kapazitätsausbau wäre eine regelrechte

Einladung dafür, dass die Stadttangente Schaffhausen zu einem Teil einer ausgebauten

Nord-/Süd-Achse werden könnte mit Anschluss an das deutsche Autobahnnetz. Dass

diese Gefahr real ist, zeigt die Haltung des Schaffhauser Regierungsrats, welcher den

Ausbau der J15 zwischen Schaffhausen und Thayngen explizit fordert.


Angesichts der Klimakatastrophe ist es unsinnig, Millionen in ein Bauwerk zu

investieren, welches den Strassenverkehr einseitig bevorzugt und damit unter anderem

zu mehr Lärm und CO2-Emissionen führt. Den gestiegenen Sicherheitsbedürfnissen

kann auch anders Rechnung getragen werden als durch den Bau einer zweiten Röhre.

Um die innerstädtische Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems zu erhöhen, braucht es

Investitionen in den öffentlichen Verkehr und in den Langsamverkehr, dafür setzt sich

die SP Stadt Schaffhausen konsequent ein.


Schaffhausen, 31. August 2022

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